WEEKLY No. 4

Kandy

Er fing an wie verrückt zu winken, zu pfeifen und rief :"Hey, hey, dambulla, dambulla!"

 

Wir sahen uns erst an und dann in die Richtung seiner Rufe.

 

Der Bus hielt an, unserer Fahrer fuhr rechts ran und scheuchte uns aus dem TukTuk.

 

"Go, go, that's your bus, dambulla, go." rief der zahnlose, leicht irre wirkende Fahrer immer wieder, griff nach unseren Rucksäcken und warf sie uns vor die Füße.

 

Der Ticketverkäufer des Busses stieg aus, wartete auf der anderen Straßenseite auf uns, winkte uns zu sich.

 

Wir standen da wie angewurzelt. Sahen zwischen dem Bus, dem TukTuk und uns hin und her. 

 

„How much is it? We don’t have enough money for this bus.“: sagte Yannick. Wir hatten mit einem normalen local bus gerechnet, für höchstens 150LKR p.P. und waren deswegen vorher nicht noch einmal bei einem ATM. Und das TukTuk musste ja auch noch bezahlt werden. 

 

Der Fahrer rief dem Ticketverkäufer des Busses zu, dieser zeigte drei Finger hoch. 

 

„300.“: grinste uns unser Fahrer an. 

 

300LKR pro Person. Mehr als gedacht, aber nicht zu viel und vor allem fahren wir dafür direkt, was eigentlich nicht gehen sollte. 

 

Ich nahm unsere Rucksäcke und schlängelte mich durch den Verkehr auf die andere Seite, was hier gar nicht mal so einfach ist, während Yannick unseren Fahrer das Geld gab. 

 

Obwohl er nun nicht mal die Hälfte des eigentlichen Weges gefahren ist, wollte er den vollen Preis von uns. 300 LKR für eine kurze Fahrt und das anhalten unseres Busses.

 

Der Tickettyp nahm einen der Rucksäcke und legte ihn auf die Ablage neben den Fahrer, Yannick legte den zweiten darauf. Wir stiegen ein uns setzten uns hin. 

 

 

Gebändigte Natur

Zum ersten Mal wurden wir direkt konfrontiert mit der Ausbeutung von Elefanten. 

 

Ich habe es nicht einmal geschafft ein Foto zu machen, obwohl ich die Kamera bereits in der Hand hielt, zu geschockt war ich über diesen Anblick. Über die Selbstverständlichkeit mit der dieser Mann neben einem ausgewachsenen Elefantenbullen die Straße entlang ging. Über das Desinteresse aller anderen Menschen. Darüber das unser TukTuk Fahrer völlig entspannt erzählte, das hier in Dambulla Elefantenreiten angeboten wird. Und darüber, das es offensichtlich Kunden dafür gibt. 

 

Der Elefant trägt schwere Ketten um seinen Hals und der Mann einen Stab mit Spitze in der Hand. 

 

Wieso dieses starke Tier sich das gefallen lässt, ist mir ein Rätsel. Das die Gutmütigkeit dieser Tiere immer und immer wieder ausgenutzt wird, jagt mir einen Schauer über den Rücken. 

 

Der Anblick geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Auch noch Tage später denke ich immer und immer wieder an diesen wilden Elefanten, der gebändigt und in Ketten gelegt wurde. 

 

 

Hier kannst du checken, ob eine angebliche „Tierschutzeinrichtung“ wie es z.B. Pinnawela, das Elefantenwaisenhaus in Sir Lanka angeblich ist, wirklich das ist, was es vorgibt. Bitte achte bei jeder Aktivität, die in irgendeiner Form mit Tieren zu tun hat immer darauf, ob hier wirklich der Schutz im Vordergrund steht, oder mehr das Geld der Touristen. Nur wenn es sich nicht mehr lohnt, werden sie damit aufhören. 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Franzipups (Mittwoch, 30 Januar 2019 23:22)

    ...mir gefriert das Blut in den Adern....