Auf Safari

Yala Nationalpark

Einen ganzen Tag Safari haben wir gebucht. 12Std unterwegs. Safari, davon kann man nicht genug haben! Es gibt nicht viel, wovon ich nicht genug haben kann, aber das gehört definitiv dazu. 

 

Unsere Lodge in Kataragama - Gem River Edge bietet verschiedene Touren an:

 

Full day (12 Std) - 80,00$ 

 

Half day (morning - 6 Std) - 60,00$ 

 

Half day (afternoon - 5 Std) - 50,00$ 

 

Wenn du den Jeep mit jemandem teilen musst, bekommst du einen kleinen Discount von 5,00$/ Person bei der Full Day Tour.

 

Das ist relativ teuer, aber Safari stand hier ganz oben auf unserer Liste. Solltest du ebenfalls eine machen wollen, können wir die Tour hier empfehlen, aber haben auch häufig gelesen, das der beste Safari Guide für den Yala Nationalpark Janaka heißt und unter dieser Nummer 0094 77 2972639 zu erreichen ist. Die Tour soll (in einer Gruppe) inkl. Abholung von deinem Naheliegenden Hotel ca. 5.000LKR / Person kosten, da wir sie selber nicht gemacht haben, können wir hier aber nichts genaueres zu sagen. 

 

Unsere Safari startet um 5:15 Uhr am Morgen, mit einer Tasse Tee oder Kaffee auf der Terrasse. Danach geht’s los Richtung Parkeingang, der ca. eine halbe Stunde Fahrt entfernt liegt. Der Park öffnet um 6:00 Uhr morgens. Mit der Tour der Gem River Edge Lodge deckst du Block 1 ab. Das ist der wohl meist besuchte Block. Das liegt vor allem daran, das hier gern mal Leoparden auf den Wegen liegen. 

 

Um halb 6 fahren wir los, es ist noch dunkel und fängt leicht an zu regnen, während wir in unserem Safari-Jeep die noch leeren Straßen entlang fahren. Das habe ich vermisst! Dieses Gefühl im Jeep zu sitzen, den Wind im Gesicht zu spüren, einen Tag voller Abenteuer und Entdeckungen vor sich. Ich kann nicht anders als breit zu grinsen. Wir machen einen kurzen Stopp, damit unserer Fahrer unser Frühstück einsammeln kann. Der Regen hört langsam wieder auf, während die Sonne die Straße vor uns Stück für Stück mehr ins Licht taucht. Heute wird ein guter Tag!

 

Den Wagen teilen wir uns mit einem neuseeländischen Paar um die 50. Er, ein ruhiger, schlanker Mann, mit Brille und einer Kamera in der Hand. Sie, eine quirlige Frau mit kurzen Haaren und leuchtenden Augen, die ganz versessen darauf ist Leoparden zu sehen. Sie kommen ursprünglich aus Australien, leben aber schon lange in Neuseeland und verreisen gerne und viel. Da sind wir uns doch einig!

 

Vor dem Parkeingang begegnen uns schon die ersten Tiere! Wildschweine. Ziemlich groß. Gemächlich schlurfen sie zwischen den Autos entlang, reiben sich an den Bäumen und fressen. Der Trubel am frühen Morgen scheint diese Tiere überhaupt nicht zu stören. 

 

Dann geht’s los!

 

Relativ schnell fahren wir durch die ersten Meter des Parks, arbeiten uns von einem Wasserloch zum nächsten vor und sehen dabei schon ein paar Rehe, Reiher und Pfaun. Es ist ein grauer Tag, hin und wieder regnet es leicht und der Himmel ist wolkenverhangen. 

 

Wir sehen nicht viel. Noch mehr Pfaun, Bee-Eater, die neben uns auf den Ästen sitzen, verschiedene Vögel, spielende Mangusten, noch mehr Rehe und hin und wieder Echsen. Die Landschaft im Yala Nationalpark ist aber mindestens genauso sehenswert wie die Tiere, die hier leben. Grade noch fahren wir durch dicht bewachsenen Dschungel, wie man ihn aus Tarzan kennt und um die nächste Ecke liegen große schwarze Steine halb in der Erde vergraben vor uns und das kräftige, saftige grün wird von roter Erde abgelöst. In der ferne ragen Berge hinter den Bäumen hervor, Lianen hängen von ihnen und überall summt und brummt es. Die Luft vibriert. Unsere ganze Umgebung lebt. Die Tiere sind alle da, wir können sie bloß nicht sehen. 

 

Der Boden ist noch feucht vom Regen und hin und wieder sehen wir Spuren von Rehen, von Mangusten und Elefanten darauf. Die Bäume haben teilweise mit Erde bedeckte Stellen, woran zu erkennen ist, das sich ein Elefant daran gerieben hat. Jeden Baum scannen wir nach Leoparden ab und in der Ferne halten wir Ausschau nach Elefanten. 

 

Doch bis zum Frühstück sehen wir nur noch ein paar Wasserbüffel im -wer hätte es gedacht - Wasser liegen. Sonst nichts. 

 

Der Vormittag ist schön, die Zeit vergeht schnell und auch wenn wir die großen Tiere, für die wir gekommen sind, noch nicht gefunden haben, gibt es doch reichlich zu sehen und es wird nicht langweilig. 

 

Frühstück mit Elefanten - zumindest fast

Zum Frühstück fahren wir an eine versteckten Strand im Park. So hieß es zumindest. Doch natürlich sind wir hier nicht die einzigen. Ganz im Gegenteil! Der Parkplatz ist voll! Wie’s aussieht sind wir nicht die einzigen die Hunger haben. Neben jedem Wagen wird ein kleiner Tisch, Stühle und das kleine Frühstücksbuffet aufgebaut. Bei uns gibt es Hopper (eine Art Pfannkuchen, die nicht flach, sondern schalenförmig sind). Dazu werden Marmelade und Bananen serviert. Du kannst dann deinen Hopper mit Banane und Marmelade füllen und einrollen. Sehr lecker!

 

Nach dem Essen gehen wir an den Strand. Schwimmen ist hier nicht erlaubt, zu gefährlich, aber die Aussicht ist schön. Auf der rechten Seite liegt ein kleines Dorf, zu dem wir allerdings nicht dürfen, einige Fischer sind mit ihren kleinen Booten auf dem Wasser und links trifft das Grün des Dschungels erst auf Strand, dann auf den indischen Ozean. 

 

Es ist wunderschön hier. Trotzdem können wir es nicht abwarten weiterzufahren und gehen nach kurzer Zeit wieder zum Wagen zurück. 

 

 

Und schon auf dem Weg sehen wir wie die anderen Fahrer aufgeregt zusammen packen, die ersten schon vom Parkplatz fahren und alle anderen gespannt und leicht nervös in eine Richtung starren.

 

„Ein Elefant hat ein Auto angegriffen. Er ist nicht weit weg von hier.“: erklärt uns unser Fahrer den Tumult, während er anfängt die Stühle zusammen zu klappen. 

 

„Wir fahren.“: sagt er. 

 

Der Elefant ist links von uns, wir biegen nach rechts ab. Einem autoangreifenden Elefantenbullen wollen wir nicht begegnen. 

 

Nicht lange nachdem wir losgefahren sind, kommen wir allerdings nichts weiter. Stau. Die Jeeps stehen neben- und hintereinander, sowohl auf unserer als auch auf der anderen Seite. Was diesen Stau verursacht sehen wir erst gar nicht, so eingekesselt ist er. 

 

Ein ausgewachsener Elefantenbulle.

 

Inmitten der Autos spaziert gemächlich ein Elefant entlang, frisst ab und zu ein paar Blätter von den Bäumen, biegt mal links, mal rechts kurz ins Gebüsch, nur um dann auf dem Weg weiter zu gehen. Die Autos, die sich um in herum drängen, scheinen ihn kaum zu stören. Er ist absolut entspannt. Und wir völlig begeistert! Ein Elefant! Wow! So einem großen wilden Tier zu begegnen ist Immer etwas ganz besonderes. Ganz langsam bewegt sich die Autokolonne mit ihm, immer wieder kommen neue Autos, andere fahren weiter. Der Elefant bleibt entspannt. Bis ein Jeep direkt auf ihn zufährt. Nicht grade langsam. Das passt dem eigentlich so relaxten Bullen gar nicht. Er fängt an zu traben, direkt auf den Jeep zu. Dieser weicht ein Stück nach rechts aus, doch der Elefant ist natürlich der stärkere und so stellt er sich erst vor ihn und steckt dann seinen Rüssel durch das Fenster der Fahrerseite. 

 

Ich merke wie ich den Atem anhalte. 

 

In unserem Wagen herrscht entsetzen. Panik überkommt uns. Was passiert jetzt, was wird der Elefant tun?! 

 

Auch die Gäste der anderen Jeeps werden blass, rutschen nervös auf ihren Sitzen nach hinten, versuchen so viel Abstand wie möglich neben sich und den Elefanten zu bringen. Ich packe mein Handy und die GoPro in unseren Beutel und wickle ihn mehrmals am Sitz fest. Bei dem anderen Angriff von vorhin wurde erzählt, das der Elefant die Tasche einer Frau mit dem Rüssel rausgeholt und auf den Boden geschmissen hat, um dann darauf herumzutrampeln. 

 

Wir beobachten den Wagen und wie der Elefant immer mehr von seinem riesigen Kopf inkl. Stoßzähne in den Wagen steckt. Die Gäste schmeißen ihr Essen raus, hauen auf seinen Rüssel, sie wissen absolut nicht was sie tun sollen. Dieser Fahrer hat leichtsinnig das Leben seiner Gäste in Gefahr gebracht und doch ist er der einzige, der noch verhältnismäßig entspannt aussieht. 

 

Wieder fliegt ein Sandwich aus dem Auto, noch eingewickelt in Papier. Als der Elefant sich danach umdreht, nutzt der Fahrer seine Chance und drückt aufs Gas. Doch der Elefant ist noch nicht fertig mit ihm. Er ist der Stärkere hier und das will er auch zeigen. Zum Glück haben wir einen alten, ruhigen Bullen erwischt, der nicht richtig angreift, sondern nur ein wenig Angst einjagt und sich sein Futter holt. Wäre das ein richtiger Angriff, er hätte den Jeep locker umwerfen können. Erst im direkten Vergleich ist die Größe dieses Tieres richtig erkennbar. Der Elefant trompetet und grummelt. 

 

Keins der anderen Autos wagt sich an dieser Szene vorbei, niemand bewegt sich, alle halten den Atem an und warten ab, was passiert. 

 

Nach einer kleinen Ewigkeit lässt der Elefant locker, nimmt seinen Kopf zurück, gewährt den verängstigten Leuten weiterzufahren und marschiert weiter auf dem Weg, vorbei an den Autos, die nun darauf bedacht sind Sicherheitsabstand zu wahren. 

 

Wir sind immer noch völlig geschockt, trauen uns nicht näher heran, geschweige denn an ihm vorbei und so bleiben wir noch eine ganze Weile hinter ihm. 

 

Unser Fahrer erzählt uns, das es häufig zu solchen Zwischenfällen kommt, das es immer wieder leichtsinnige Guides gibt, die weder das Tier noch die Sicherheit ihrer Gäste respektieren. Er erzählt uns auch, das gerade die Paarungszeit für Elefanten beginnt und das man grade jetzt vorsichtig mit diesen Tieren umgehen muss, da sie nervöser und auch aggressiver sind. 

 

Das war ein eindeutiges Beispiel dafür, wie es nicht sein sollte! 

 

Und auch wenn unser Guide sehr rücksichtsvoll mit unserer Angst und auch mit dem Tier umgegangen ist, so können wir eine Safari im Yala Nationalpark doch nicht zu 100% guten Gewissens empfehlen. 

 

Die Guides hier haben nicht die selbe Ausbildung wie Safari Guides in Afrika. Sie lernen nicht auf das Verhalten der Tiere zu achten und es richtig einzuschätzen. Sie lernen nicht Warnsignale zu erkennen oder Spuren zu lesen. Es sind hauptsächlich Fahrer, die sich ein wenig Wissen über die Tiere hier zwar angeeignet haben.

 

Ferrari Safari

Nach diesem Zwischenfall dauert es einen Moment bis wir uns wieder beruhigt haben. Wir fahren noch ein wenig herum, sehen Krokodile, die sich sonnen und Affen im Baum herum toben und suchen weiter nach Leoparden, bevor wir erneut zum Strand fahren, um Mittag zu essen und Pause zu machen. Von 12:00 - 14:00 Uhr darf man nicht im Park unterwegs sein. 

 

Wir setzen uns also in die Campingstühle und warten. Und warten. Und warten. Manche dösen, Kinder spielen, andere gehen am Strand spazieren, ich lese ein Buch. 

 

Um 14:30 Uhr fahren wir dann endlich wieder los!

 

Mit der Mission einen Leoparden zu finden, überqueren wir Steine, Matsch und erklimmen Hügel. 

 

Vergeblich. 

 

Der Nachmittag verläuft nun endgültig ruhig. Wir sehen noch ein paar Elefanten in der Ferne, Wasserbüffel im Wasser, grasende Rehe auf offenen Flächen und Echsen am Wegesrand. Von Leoparden ist hier weit und breit keine Spur. 

 

Doch kurz bevor wir den Park eigentlich verlassen wollen, kommt dann die Info. Ein Leopard! Er liegt 2km entfernt auf einem Stein und sonnt sich. Keine Bewegung in Sicht! Großartig! Zusammen mit einem anderen Wagen fahren wir los. Wir rasen durch den Dschungel, schlittern auf dem trockenen Sand um die Kurven, ignorieren alle Tiere, die uns unterwegs noch begegnen und sind fast da, als wir uns festfahren. 

 

Auf dem Weg nach oben gibt es eine Vertiefung im Weg, durch den Regen und die anderen Autos ist die vorherige Möglichkeit hier hochzukommen abgefahren. Wir kommen nicht vorwärts. 

 

Zum Glück ist da der andere Wagen. Der Fahrer ist etwas älter, etwas erfahrener und hat einen Weg gefunden. Als er merkt, das wir nicht nachkommen, kommt er zurück, springt aus dem Wagen, nimmt das Abschleppseil, das vorn an unserem Jeep ist, wickelt es um einen Baum und wieder an den Wagen und gibt unserem Guide zu verstehen, das er Vollgas geben soll. Erst klappt es nicht, zu rutschig ist der Weg, wir kriegen keinen Halt, doch schließlich klappts. Wir sind oben. Der andere Fahrer nimmt das Seil wieder ab, sie rollen es wieder auf und er springt in seinen Wagen. Von hier an ist es nicht mehr weit. Noch einmal um die Kurve, dann sind wir da. Deswegen hat der Mann sich so beeilt und sich immer wieder umgeguckt! Der Leopard ist nicht weit von der Stelle, an der er eben noch aus dem Auto gesprungen ist. 

 

Ein anderer Wagen steht bereits dort. 

 

Wir fahren zu ihm, doch der Leopard ist schon weg. 

 

Kurz bevor wir angekommen sind, ist er aufgestanden und im Dickicht des Dschungels verschwunden. 

 

Zu schade.

 

Wir fahren noch ein bisschen im Umkreis umher, schauen, ob wir ihm nicht vielleicht doch noch am nächsten Wasserloch begegnen und dann ob er vielleicht zurück gekommen ist, zu seinem Platz. Doch vergeblich. 


Enttäuscht fahren wir wieder los. Der Park schließt gleich. Wir müssen uns beeilen rechtzeitig hier rauszukommen. 

 

 

Trotzdem war es ein schöner Tag, ereignisreich, aufregend, beängstigend und auch ohne Leopard gibt es viel zu erzählen. 

Am nächsten Tag geht es für uns weiter nach Ella.

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Kommentare: 1
  • #1

    Peter Blettenberger (Samstag, 02 Februar 2019 08:41)

    Sehr schön und mitreissend geschrieben. Weiter so, Gruss Peter