Ankunft auf Sri Lanka

Silvester in der Luft

 

Von Hamburg sind wir mit Lufthansa nach Frankfurt geflogen, von da nach New Delhi, Indien und schließlich nach Colombo, Sri Lanka. 820,60€ haben wir beide zusammen für dieses besondere Silvester bezahlt. One Way ins neue Jahr!

 

2019, das wird unser Reisejahr. Und das starten wir in Sri Lanka. Die Auswahl hat allerdings keinen besonderen Grund. Sri Lanka steht zwar auf unserer Bucketlist, allerdings nicht unbedingt weit oben. Es bot sich irgendwie an unsere Reise hier zu beginnen und dann Stück für Stück weiter nach Asien reinzugehen.

 

Wir flogen also am 31.12.18 los. Während alle anderen sich für ihre Partys aufhübschten, saßen wir am Flughafen. Neujahr verbrachten wir im Flugzeug. Bei Air India scheint der Jahreswechsel allerdings kein besonders interessanter Moment zu sein. Alles was wir bekamen, war eine kurze Durchsage des Piloten:“ Ladies and Gentlemen, we are now over Bukarest, it’s 12 o’clock here.“ Ende. Das wars. Ein kurzer Applaus von den Passagieren, dann wars vorbei. Das war also unser spektakulärer Start ins neue Jahr. Wow. Etwas enttäuscht schauten wir uns an. „Wieso haben die jetzt geklatscht?“. „Keine Ahnung. Frohes neues Jahr.“ - Kuss drauf und Ende. 

 

Am 01.01.19 landeten wir zuerst in Indien, später in Colombo. Für den bequemen Start ins Abenteuer - man muss ja nicht von 0 auf 100 gehen - hatten wir uns vorher bereits ein Taxi gemietet, dass uns in unser Hotel irgendwo in der Stadt bringen sollte. 16,04€ hatten wir uns das kosten lassen. Am Flughafen wimmelte es nur so von solchen Abholern und vor der Tür noch mehr von Taxen. Wir waren etwas früher fertig als gedacht und hatten noch etwas Zeit bis unserer Fahrer kommen sollte, also gingen wir raus. Yannick wollte gern eine schmöken. Wir schauten uns um, in diesem Gewusel aus Menschen, Koffern und Autos und sahen überall nur die „Rauchen verboten“-Schilder. Dann halt nicht. Wir wollten gerade wieder reingehen, da sprach uns einer der Flughafenpolizisten an, der am Eingang stand. „Wo kommt ihr her?“: fragte er. „Aus Deutschland.“: antwortete Yannick. „Wir wollten nur eben draußen eine rauchen gehen, solange wir auf unseren Fahrer warten, aber hier ist überall rauchen verboten.“. Der Polizist zeigte uns eine Ecke rechts neben dem Eingang, direkt vor besagtem Schild und sagte er könnte hier eine rauchen. Beim Einreise Security Check wurde Yannick das Feuerzeug weggenommen, daher fragte er ihn nach Feuer und wir stellten uns in die Ecke. Als er fertig war, gingen wir wieder rein, wieder zu dem Polizisten, der zusammen mit einem jüngeren Kollegen dort stand. Yannick gab ihm das Feuerzeug wieder und wollte gerade unsere Reisepässe rausholen, nachdem er beim ersten Versuch bereits gefragt hatte, da unterbrach ihn der Mann:“Hast du eine Zigarette für mich?“. „Klar.“: sagte Yannick und holte seine Schachte wieder heraus. Er wollte grade eine rausholen, da fragte der Mann erneut:“Auch zwei?“. Er nahm ihm die Schachtel aus der Hand, drehte sich leicht weg, nahm drei Zigaretten heraus, sein Kollege schaute zu und lachte etwas beschämt, dann gab er uns die Schachte wieder und wir durften durchgehen. Interessante Security in Sri Lanka.

 

Überhaupt war der Flughafen ganz anders als die, die wir schon kannten.

 

Der Security Check lässt dich mit deiner vollen Flasche Wasser durch, nimmt dir aber das Feuerzeug weg, bei der Einreise wollten sie unser vorab gekauftes Visum nicht sehen, eine Frau wollte mir ein Foto machen - weil ich wahrscheinlich einfach die weißeste Weiße bin, die sie je zu Gesicht bekommen hat - und in der Ankunftshalle stehen Fernseher, vor denen Stuhlreihen angeordnet sind und auf denen Kinderfernsehen läuft. 

 

Schimmel, Ausschlag und Jetlag

 

Nach ca. 45 min Fahrt in Colombos vor allem lautem Verkehr, kamen wir in unserer ersten Unterkunft an. Das Clock Inn Colombo Hotel. Extra herausgesucht wegen seiner guten Bewertungen und der Nähe zum Bahnhof, von dem aus wir weiter in den Süden des Landes fahren wollten. Gebucht hatten wir über Agoda, eine Seite die vor allem für Asien empfohlen wird und die außerdem auch immer günstige Angebote bietet. Unser Doppelzimmer mit Bad hatten wir über diese Seite gebucht, der Preis war reduziert, trotzdem kostete es noch 40,00$ die Nacht. Ganz schön viel, vor allem für low budget backpacker, die wir ja nun ab heute waren. Doch für den Start sollte es etwas gemütlicher sein, so zum ankommen. Zumindest der Plan war gut. Leider spielte uns unser Zimmer hier gar nicht in die Karten. Es war klein, sehr hellhörig, sehr laut, überall war Schimmel, im Badezimmer fehlte die Lüftung und die Klimaanlage spuckte nur muffige Luft aus. 

 

Naja - wenigstens das Bett ist sauber - dachten wir uns.

 

Drei Nächte blieben wir hier. Ungern. So nett die Angestellten auch waren, schön wars nicht. Beim Frühstück draußen, nieselt es Tropfen der Klimaanlagen aufs Essen,das ganze Haus war extrem hellhörig, sodass die anderen Gäste uns regelmäßig in der Nacht weckten, wenn sie zurück kamen und nach der 2. Nacht entwickelte sich ein Ausschlag auf meinem Arm, der nicht mehr feierlich war. Hässliche, kleine rote Punkten, die juckten wie Sau. Erst ein Arm, dann der nächste, dann mein Hals und schließlich Brustkorb bis zum Bauchanfang. Na großartig.  

 

Colombo schauten wir uns gar nicht an. Großstadt ist nicht so unser Ding. Wir wollten nur schnell weg Richtung Süden und so ließen wir uns einen Tag vor Weiterreise mit dem TukTuk durch Colombos wirren Verkehr zum Bahnhof bringen, um ein Ticket zu reservieren - leider ohne Erfolg. 

 

„Fully booked.“- schnaubte mir der finster guckende Mann am Schalte durch die Plexiglasscheibe und seinen Schnäuzer entgegen. 

„And saturday?“: fragte ich hoffnungsvoll.

„Fully booked“: schnaubte es erneut. 

„And sunday?“ - so schnell gab ich nicht auf. 

„2.200,00 Rupiah.“ - schnaubte der Schnäuzer.           

Uff. Das war viel. Viel mehr als gedacht. Auf der Seite stand das Ticket würde höchstens 220,00 LKR kosten. Und zu spät wars auch. Bis Sonntag wollten wir keinesfalls in Colombo bleiben. Leicht verzweifelt schauten wir uns an. Was nun? 

„Ja dann nicht.“:sagte Yannick „Wir versuchen irgendwie anders dahin zu kommen.“. Etwas verloren gingen wir zurück zum TukTuk. Der Fahrer hatte angeboten auf uns zu warten und uns dann wieder zurück zu bringen. Er war ein freundlicher Mann, erzählte uns auf dem Weg was links und rechts zu sehen war, hielt für ein Sonnenuntergangsfoto kurz an und freute sich wahrscheinlich darüber, das wir ganz neu im Land waren und noch nicht über den Preis der Fahrt verhandelten. Als wir uns wieder reinsetzten, drehte er sich um. „Habt ihr euer Ticket?“: fragte er. „Nein.“: antwortete ich ihm. „Morgen und Samstag sind ausgebucht und Sonntag war zu teuer für uns.“ 

 

„Zu teuer“ ist in Sri Lanka für uns als Europäer natürlich nur ein relativer Begriff, denn 2.450,00 LKR sind gerade einmal 11,80€. Das ist für eine dreistündige Bahnfahrt am Meer entlang normalerweise kein besonders hoher Preis, doch für uns, die so lange wie möglich reisen wollen, doch ganz schön viel. 

 

Zum Glück hatten wir den richtigen Fahrer dabei. Er erzählte uns es würde auch ein Bus in die Richtung fahren. Nicht nach Mirissa, aber nach Matara. Das liegt gleich nebenan. Von da aus könnten wir mir dem Taxi oder Bus weiter nach Mirissa fahren. Großartig! Das machen wir. Er fragte noch einen anderen Mann, der vor dem Bahnhof seine Dienste als Fahrer anbot und konnte uns dann sagen, wann der Bus von wo abfahren würde. Er zeigte uns auf Yannicks Handy die Station, die wieder knapp eine halbe Stunde Fahrt von unserem Hostel entfernt war und bot uns an uns am nächsten Morgen um 6 Uhr abzuholen, damit wir den zweiten Bus um 6:30 Uhr nehmen konnten. Gesagt, getan. 

 

Am nächsten Morgen gings los und zu unserer Überraschung standen der Mann und sein TukTuk überpünktlich vor unserer Tür, als wir etwas zu früh runterkamen. Wir luden unsere Rucksäcke, über deren Leichtigkeit wir uns immer wieder sehr freuen - Handgepäck lohnt sich wirklich, aufs TukTuk und fuhren los.

 

Mirissa

 

Die Busfahrt war entspannt. Es war ein uralter, nicht ganz sauberer Reisebus, der von Colombo bis nach Matara im Süden durchfährt. Die Fahrt ist wunderschön, kommt man doch endlich von der Stadt ins Land und damit ins Grüne. Links und rechts stehen Palmen, alles ist grün und dicht bewachsen, zwischendurch ragen Felsen in die Luft und endlich sieht man, wofür Sri Lanka so bekannt und beliebt ist: seine außergewöhnliche Flora und Fauna. Die Fahrt kostete uns nun grade mal 550 LKR pro Person und brachte uns innerhalb von zwei Stunden ans Ziel. 

 

Von der Endstation in Matara ging es weiter per Taxi (was uns, dank mangelnder Handlung mehr kostete als die Busfahrt selbst nämlich 1.500 LKR (im Internet sahen wir das es ca. 1.000 - 1.200 LKR kosten sollte) nach Mirissa, einem der bekanntesten und beliebtesten Urlaubsziele hier auf Sri Lanka. 

 

Und hier sind wir jetzt.

 

Endlich am Meer - endlich auf reisen. 

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