WEEKLY No. 1

Neues Jahr, neues Glück!

 

Die erste Woche auf Sri Lanka, die erste Woche auf Reisen ist um und wir haben endlich den Jetlag überwunden. Die Umstellung fiel uns schwerer als gedacht, kombiniert mit der Hitze waren wir ein paar Tage zu nichts zu gebrauchen. Erst mit der Weiterreise von Colombo nach Mirissa, im Süden der Insel, ging es wieder Bergauf. 

 

Colombo ist nichts für uns. Die chaotische Großstadt ist nur laut und voll und sowas mögen wir gar nicht mehr. Dazu kommt noch, das unser erstes Zimmer alles andere als gemütlich war. Umso schöner ist es diesen Ort schnell wieder zu verlassen. Je mehr Natur um uns herum ist, desto besser! Und was das angeht, ist Mirissa auf jeden Fall eine gute Wahl! Hier gibt es Buchten zum Schnorcheln, Tauchen und Surfen, weite Strände und Palmen überall. Du kannst rausfahren und Wale und Delfine sehen und alles, was nicht bebaut ist, ist mit dichten Bäumen bewachsen, in denen Früchte wachsen und Affen hin und her springen. Ab und zu begegnet dir ein Waran und die Pfauen laufen in den Seitenstrassen herum. Weiße Reiher fliegen durch die Luft und Echsen laufen die Wände entlang. Flughunde fliegen durch die Dämmerung und kleine grüne Bee-Eater sitzen auf dem Stromleitungen. Alles lebt! 

 

Endlich!

 

Denn zuhause in Deutschland schien alles zu schlafen. Erst hier merken wir, wie sehr uns die Sonne und das kostbare Vitamin D gefehlt haben. 

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Die Menschen hier lächeln dich an, winken dir zu und freuen sich so sehr, wenn sie jemand fremdes sehen, jemanden, der anders aussieht als sie. Und das finden wir so schön. Diese Menschen hier kriegen vom Rest der Welt nicht viel mit. Sie wissen nicht, welche schlimmen Dinge Tag für Tag passieren. Sie wissen nur, was hier passiert. Und so haben sie noch etwas, das wir erst wieder lernen müssen: Vertrauen. 

 

Sie haben keinen Angst, wenn Fremde zu ihnen kommen, ganz im Gegenteil, sie sind neugierig, winken, lachen, sagen hallo und fragen dich nach deinem Namen und woher du kommst. Mit dieser Information können sie sicher nicht viel anfangen, ich bin mir sicher, das sie nicht einmal wissen, wo das liegt, doch diese so andere Art Fremde zu begrüßen, öffnet uns die Augen dafür, wie viel Angst wir doch zuhause vor der Welt haben. Die, die eigentlich alle Möglichkeiten haben, haben auch die meiste Angst. Die, die äußerlich alles haben, sind innerlich leer. 

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Schon nach so kurzer Zeit unterwegs sehen wir die Dinge zuhause mit anderen Augen, fragen uns, warum das Leben dort so schwer zu sein scheint, obwohl doch alles so einfach ist. Die Leichtigkeit des Seins ist uns verloren gegangen auf dem Weg, den wir immer höher, schneller und weiter gehen. Erst mit ein bisschen Abstand fällt uns auf, wie sehr wir selbst durch unsere Leben gehetzt sind - ungeduldig, nicht Willens dem Leben und der Zeit seinen Lauf zu lassen. Wir wollen immer was wir nicht haben, haben wir es schließlich wollen wir das nächste. Auch hier geht es uns noch so, nur fällt es jetzt auf. Sind wir hier, wollen wir lieber dort sein, machen wir dies, wollen wir lieber das machen. Wir scheinen das Leben als Sprint zu Leben und völlig zu vergessen, das es ein Marathon ist. Wer hetzt, verliert. Auf lange Sicht. 

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Und das ist wohl die erste Lehre auf unserer Reise: den Moment genießen und sich treiben lassen. 

Denn geht es nicht letztendlich darum, es zu genießen - das Leben?

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